Im Herzen Flip-Flop

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Griechenland 

24 Apr 2026

Zwischen Bären, Bolognese und schwebenden Klöstern

Wir haben unsere Griechenlandreise standesgemäß begonnen: auf der Fähre. Ohne Kabine. Weil… wir dachten, wir sind clever.

Stattdessen lagen wir draußen auf dem Deck wie zwei gestrandete Seehunde. Nicht kalt, aber unbequem genug, dass man morgens aussieht, als hätte man gegen den Schlaf verloren. Nach der Ankunft also erstmal: irgendwo hinfahren, Motor aus, Leben hinterfragen.

Irgendwann ging’s wieder weiter. Kleines Bergdorf, sehr hübsch, sehr ruhig – und vor allem: Supermarkt. Hack musste her. Die Makkaroni warteten schließlich nicht ohne Grund.

Ein paar Kurven später standen wir an einem Fluss. Und da war klar: Das ist jetzt ein Bolognese-Ort. Kochen mit Aussicht, null Sterne Küche, fünf Sterne Gefühl.

Am nächsten Tag: über Ioannina, einmal um den See herum und dann hoch ins Skigebiet. Dort fanden wir einen Picknickplatz am sogenannten „Bären-Trail“.

Klang erstmal süß. Ist es nicht. Hier leben tatsächlich Braunbären. Und als wäre das nicht genug, laufen hier auch überall diese ernst dreinblickenden Griechischen Schäferhunde rum. Die beschützen Herden nicht nur gegen Touristen, sondern auch gegen Wölfe und eben… Bären.

Zwei von denen kamen zu uns hoch, haben uns kurz gemustert wie Türsteher vor einem Club – und uns dann gnädig durchgewunken. Wir durften bleiben. Ehre.

Die Nacht dort oben war… sagen wir mal: erfrischend. Sehr erfrischend.

Am nächsten Morgen fiel die Entscheidung leicht: Wir fahren runter. Und zwar Richtung Meteora.

Und plötzlich stehen sie da: riesige Steinsäulen, als hätte jemand vergessen, die Welt fertig zu bauen. Oben drauf: Klöster. Sechs davon sind noch aktiv, unter anderem das Großes Meteoron-Kloster – das größte und älteste von allen.

Wir finden einen Spot im Dickicht, duschen, essen, existieren wieder halbwegs normal.

Wir waren früh am Kloster (ausnahmsweise mal gute Lebensentscheidung).

Eigentlich wollten wir den Sonnenaufgang sehen – haben uns aber erstmal im Wald verfahren. Klassisch.

Das Kloster selbst ist beeindruckend. Gegründet im 14. Jahrhundert, gehört zum Orthodoxen Christentum und liegt so, dass man sich automatisch fragt: Wie zum Teufel sind die da früher hochgekommen? Antwort: Seile. Netze. Körbe. Leitern, die man einfach wieder wegzieht. Also im Prinzip: „Wenn du nicht sterben willst, bleib unten.“

Als wir wieder runtergingen, kamen uns die Reisebusse entgegen. Viele Reisebusse. Wir waren uns einig: Früh aufstehen lohnt sich manchmal doch.

Abends dann noch griechisch essen in einem Mini-Dorf. Nur Einheimische, große Autos, entspannte Stimmung. Wir rein. Sofort wohlgefühlt. Und das Essen? Genau so, wie man es sich erhofft.

Auf dem Weg weiter Richtung Olymp gab’s nochmal Panorama deluxe.

Irgendwann war aber einfach Schluss für den Tag. Also: Serpentinen hoch, kleines Dorf, Aussicht, Ruhe. Und irgendwo in der Ferne: zwei kleine Spitzen vom Olymp. Das Tal vor unseren Füßen.

Reicht.

24 Apr 2026
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